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Jan Constantin: The Analysis of Epistemic Defeat and Its Application to the Problem of Peer-Disagreement

Persönliche Seite von Jan Constantin

Mail Constantin

In my dissertation project, I first and foremost develop an account of epistemic defeat and a taxonomy of the different kinds of defeater. In contrast to existing works, the theory is supposed to be neutral with regard to different theories of justification and places the concept of defeat itself at the center of attention. Among the related issues I want to tackle are such questions as: What kinds things can be defeaters? Do defeaters need to be justified in order to defeat? Is there such a thing as a normative defeater? In addition, the resulting framework will allow me to systematically assess the topic of peer-disagreement by providing guidelines to figuring out, 1) whether peer-disagreement provides a defeater, 2) what kind of defeater might be in play and 3) what this means for the rational requirements of disagreement. Generally, I attempt to thoroughly investigate the highly relevant epistemic principle of defeat and to illuminate the role of this broader principle for the analysis of more localized phenomena like disagreement.

 

Steffen Koch: Conceptual Re-engineering in Philosophy

Mail Koch

Conceptual analysis was pre-dominant in 20th century analytic philosophy. Roughly, the goal of conceptual analyses is to provide answers to ‘What is X?’ questions by stating the individually necessary and jointly sufficient conditions for X. As such, it is an entirely descriptive enterprise. It should not come as a surprise that this enterprise leaves normative questions about the concepts we use unanswered. Recently, a number of philosophers working in different fields have started asking questions like ‘What should X be?’ or ‘Does X meet our legitimate purposes?’. These normative questions fall in the domain of conceptual re-engineering. Conceptual re-engineering aims to improve, rather than just describe, our conceptual apparatus. Even though philosophical methodology has gained a lot of prominence in recent years, there is still very little in the way of a general account of conceptual re-engineering. The goal of my dissertation project is to take some steps towards closing this gap. In doing so, it addresses both a variety of internal and external questions about the method of conceptual re-engineering. The internal questions regard the metaphysical and normative basics of the method and include the following: What are concepts in the sense relevant for conceptual re-engineering? What does it mean to ‘change’ a concept? Is this even possible? Which features of a concept make it good or bad? What are the ways in which a concept can be deficient? The external questions regard the method’s broader impact as well as its relations to established philosophical methodology and include the following: What is the proper place for conceptual re-engineering in philosophy? To what degree is it already performed by actual philosophers of the present and the past? What is the relation between conceptual re-engineering and conceptual analysis?

 

Katharina Keil: Der epistemische Wert von Wissen aus zweiter Hand. Was verlorengeht, wenn unser Wissen aus zweiter Hand kommt.

Wir hängen sowohl in unserem praktischen Alltag als auch in wissenschaftlichen Diskursen in beträchtlichem Umfang von Wissen aus zweiter Hand ab. Trotzdem genießt dieses Wissen mitunter einen schlechten Ruf. Etwas nur „vom Hörensagen“ zu kennen, bedeutet umgangssprachlich man könne auf diese Meinung nicht bauen; und vor Gericht gelten Aussagen vom Hörensagen nicht als vollwertiger Beweis. In der Geschichte der Philosophie haben sich von Platon über Kant bis hin zu Michael Lynch Denker gegen Wissen aus zweiter Hand ausgesprochen.Von anderen übermitteltes Wissen scheint epistemisch weniger wertvoll zu sein als „etwas für sich selbst zu sehen“.

Diese Arbeit soll sich mit der Frage beschäftigen, warum das so ist. Denn trotz der enormen Bedeutung von Wissen aus zweiter Hand in unserem Alltag, unter anderem für praktische, ethische, und Rechtsfragen, ist dieser Begriff in der analytischen Philosophie bisher nicht systematisch als eigenständiger Begriff erschlossen, sondern wird in der Regel im Rahmen von angrenzenden Fragestellungen mitbehandelt. Viele Debatten spiegeln hier konzeptuelle Divergenzen wider, die einerseits auf eine unzureichende Abgrenzung des Begriffs schließen lassen, andererseits aus Dissensen in anderen Bereichen der Philosophie hervorgehen, zum Beispiel über die Art der Wissenstheorie, die vertreten wird.

Daher soll im Rahmen dieser Arbeit zunächst eine Abgrenzung von Wissen aus zweiter Hand zu Wissen aus erster Hand erfolgen. Darauf aufbauend soll im Hauptteil dieser Arbeit untersucht werden, weshalb Wissen aus zweiter Hand uns weniger wertvoll erscheint. Denn es scheint starke Intuitionen dafür zu geben, Wissen aus erster Hand, unter sonst gleichen Bedingungen, Wissen aus zweiter Hand grundsätzlich vorzuziehen. Dies spricht dafür, dass es neben der Verlässlichkeit, die bei Wissen aus zweiter Hand mitunter schwerer zu prüfen ist, noch andere Faktoren gibt, die Wissen aus zweiter Hand epistemisch weniger wertvoll machen. Einige dieser Faktoren wurden bereits identifiziert, zum Beispiel die fehlende Direktheit, eine mögliche Isoliertheit oder das fehlende eigene Bemühen, das mit dem Erwerb von Wissen aus zweiter Hand einhergeht. Diese Faktoren greifen jedoch jeweils nur einzelne Intuitionen bezüglich des Werts von abgeleitetem Wissen heraus. Ich möchte daher prüfen, ob sich die identifizierten Probleme auf einen gemeinsamen Nenner zurückführen lassen, der aus der Natur von Wissen aus zweiter Hand hervorgeht und inwiefern diese Probleme mit der propositionalen Form, in der dieses Wissen vorliegt und dem Umstand, dass hierbei Information verloren geht, zusammenhängen. Die Antwort auf diese Frage wird auch von unserem Verständnis von angrenzenden Konzepten, wie der Zuverlässigkeit von Wissen, der Vorstellung von Wissen als Fähigkeit und unserem Konzept von Verstehen abhängen.